Reet
Beim Reet handelt es sich um ein Schilfrohr, welches auf sumpfigen Geländen und an Ufern wächst. Man bezeichnet das Reet auch als Ried, Rohr, Reeth, Riet oder Reith. In erster Linie ist es wohl durch das Reetdach sehr bekannt. An der Nord- und Ostsee kann man viele Gebäude mit einem Reetdach sehen, hierbei handelt es sich um ein spezielles Dach, dessen Dacheindeckung mit getrocknetem Reet vorgenommen wird. Das Reet gehört zu den ältesten Bedachungsmaterialien, erst im Mittelalter wurden deutlich mehr Hartdächer errichtet. Der Vorteil des Reetdaches liegt darin, dass es über eine sehr gute Isolationswirkung verfügt und somit keine weitere Dämmung erforderlich ist. Im Winter sorgt es dafür, dass Wärme aus dem Inneren nicht entweichen kann und im Sommer, dass die Hitze von außen nicht ins Innere gelangt. Auf den Dachlatten wird das Reet in Bündeln verteilt. Es ist darauf zu achten, dass die unteren Enden der Reethalme eine schräge, durchgehende und einheitliche Fläche bilden. Ist dies erreicht, werden die Bündel mit einem Draht vernäht. Die Lebenserwartung eines Reetdaches liegt zwischen 30 und 60 Jahren, manchmal auch länger. Grundsätzlich sollte man nur Reet verwendet, welches aus der Region kommt. Denn während des Wachstums hat sich das Reet dann bereits an die örtlichen Bedingungen der Witterung gewöhnt.

